Stillen und Alkohol

Einige Mythen behaupten, dass Bier die Milch-Menge einer stillenden Mutter erhöhen kann. Ebenso heißt es häufig, dass ein paar Drinks während des Stillens dem Baby nicht schaden. Wissenschaftliche Studien haben diese Ammenmärchen aber als solche entlarvt.

Experten-Meinung zu Alkohol-Konsum beim Stillen

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass die gleiche Konzentration von Alkohol, die Ihren Blutkreislauf erreicht, auch in Ihrer Muttermilch endet. Selbst wenn dies nur ein kleiner Bruchteil der gesamten Alkohol-Menge ist, die Sie trinken, denken Sie daran: Die Leber Ihres Babys ist noch sehr winzig und unreif. Ebenso ist die Stoffwechsel-Kapazität eines Säuglings im Vergleich zu einem Erwachsenen viel niedriger. Man nimmt an, dass ein drei Monate altes Baby eine um 50 % langsamere Stoffwechsel-Rate im Vergleich zu einem erwachsenen Menschen hat.

Die Studien zeigen auch, dass Alkohol in der Muttermilch zu Änderungen im Schlaf- und Fütterungsmuster führen kann. Auch wenn Alkohol dazu führt, dass Ihr Baby schläfrig wird und schneller einschlafen könnte als üblich, ist der Schlaf aber gleichzeitig kürzer und unruhiger. Für Babys, die jünger als drei Monate sind, ist die Auswirkung von Alkohol größer, wenn es um die Entwicklung der Motorik geht. Daher stimmen ExpertInnen darin überein, dass stillende Mütter von Neugeborenen bis zum 3. Monat des Babys vollständig auf Alkohol verzichten sollen.

Wissenschaftliche Daten sind auch sehr klar, wenn es um den Mythos der erhöhten Milch-Produktion aufgrund von Alkohol-Konsum geht: Alkoholische Getränke haben nämlich tatsächlich einen entgegengesetzten Effekt – durch Dehydrierung Ihres Körpers und Verringerung der Menge der verfügbaren Flüssigkeit, die der Körper benötigt, um Milch zu produzieren. Alkohol senkt auch das Oxytocin, ein Hormon, das für die Laktation notwendig ist. Das führt dazu, dass das Baby um etwa 20 % weniger Milch bekommt, wenn die Mutter zuvor Wein, Bier oder alkoholische Mischgetränke konsumiert hat.


Stillen und Akohol: Wissenschaftliche Fakten

  • Alkohol erhöht die Milchproduktion nicht (vgl. Mennella & Beauchamp 1991, 1993, Mennella 1997, 1999).
  • Mehr als zwei alkoholische Getränke können die Freisetzung von Milch hemmen (vgl. Coiro et al. 1992, Cobo 1974).
  • Veränderungen des Schlaf-Rhythmus des Säuglings können die Folge von Akohol-Konsum der stillenden Mutter sein (vgl. Mennella & Gerrish 1998).
  • Eine verminderte Entwicklung in der Motorik des Babys kann mit täglichem Alkohol-Konsum der stillenden Mutter zusammenhängen (vgl. Little et al 1989).