Weniger Schmerzen beim Stillen

Viele Mütter erleben Schmerzen während des Stillens. Für manche ist das so belastend, dass sie sich dafür entscheiden, mit dem Stillen aufzuhören. ExpertInnen empfehlen jedoch eine Mindest-Stillzeit von einem Jahr. Darum ist es uns wichtig, Ursachen von Schmerzen beim Stillen aufzuzeigen – und natürlich auch, was helfen kann, die Beschwerden zu lindern.

Haupt-Ursache für Schmerzen beim Stillen

Die häufigste Ursache für Schmerzen beim Stillen ist das falsche Anlegen an die Brust. Beim Stillen sollte Ihr Baby die Brustwarze und den gesamten Warzenhof im Mund haben, damit nicht der ganze Saug-Druck allein auf der Brustwarze lastet. Die Lippen des Babys müssen nach außen leicht gelockert sein, sodass zwischen Lippen und Brust kein Luft-Zwischenraum entsteht. Die Nase muss natürlich frei bleiben, weil Ihr Baby während der Fütterung gut atmen können muss.

Positionieren Sie Ihr Baby, indem Sie den Kopf leicht nach hinten neigen, sodass das Kinn nahe an Ihrer Brust liegt. Lenken Sie die Brustwarze in Richtung Mund des Kindes. Begeben Sie sich in eine bequeme Position, sodass das Stillen für Sie schmerzfrei ist und Ihr Baby rhythmisch schlucken kann. Eine Stillberaterin, Krankenschwester oder Hebamme hilft Ihnen gerne, die optimale Anlege-Position für Sie und Ihr Kind zu finden.


Wunde und schmerzende Brustwarzen

Hat Ihr Baby Schwierigkeiten, richtig anzulegen, können Ihre Brustwarzen dadurch wund werden. Bei geschädigten, wunden und schmerzenden Brustwarzen wirken spezielle Kompressen wahre Wunder. Sie können die Wirkung verstärken, wenn Sie die Kompressen vor Verwendung in den Kühlschrank legen. Bitte legen Sie aber nichts extrem Kaltes wie z.B. Eis auf Ihre Haut! Eine ganz natürliche Hilfe ist es auch, nach dem Stillen ein paar Tropfen Muttermilch herauszudrücken und damit die Brustwarze einzureiben. Die Milch hat eine beruhigende, heilende und schützende Wirkung.

Sind Ihre Brustwarzen zu wund, um zu stillen, pumpen Sie die Muttermilch zur Sicherheit manuell oder elektrisch ab, um Stauungen zu verhindern. Auch Still-Hütchen können helfen: Die weichen Kappen ermöglichen einen Still-Vorgang, bei dem Brustwarze und Warzenhof geschützt sind.

Weitere Faktoren für wunde Brustwarzen:

  • Auch Pilz- oder bakterielle Infektionen können Wundsein und Schmerzen verursachen. Kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt!
  • Unverträgliche Kosmetik-Produkte wie Duschgels, Schaumbäder und Cremes tragen häufig zu wunden Brustwarzen bei. Versuchen Sie, diese Kosmetika für sich herauszufiltern und zu vermeiden. Waschen Sie Ihre Brüste am besten eine Zeitlang nur mit reinem Warmwasser unter der Dusche.

Schmerz-Ursache Milchstau

Gestaute Milch in der Brust ist eine weitere häufige Ursache von Schmerzen während des Stillens. Vermeiden Sie vorbeugend zu lange Fütterungspausen. Wenn Sie arbeiten oder nicht zu Hause sind, pumpen Sie die Milch zur gewohnten Zeit ab. Warme Kompressen und Massagen können den Milchfluss fördern und den unangenehmen Druck reduzieren. Weitere Tipps, um Milchstau zu verhindern und zu lindern finden Sie hier.