Wie hört man mit dem Stillen auf?

Experten empfehlen, Babys mindestens bis zum Alter von einem Jahr zu stillen. Wie auch immer Sie als stillende Mutter sich individuell entscheiden: Irgendwann wird die Zeit kommen, Ihr Kind von der Brust entwöhnen zu müssen. Das kann eine sehr emotionale Zeit sein. Sie könnten in dieser Phase Gefühle wie Trauer, Aufregung oder Freude empfinden. Wie aber soll der Entwöhnungsprozess ablaufen, um ihn für Sie und vor allem Ihr Kind möglichst stressfrei zu gestalten? Unsere ExpertInnen wissen Rat!

Wann sollte man mit dem Stillen aufhören?

Es gibt mehrere Methoden, um Ihr Baby von der Brust zu entwöhnen. Am häufigsten wird die Methode verwendet, jeweils eine Still-Sitzung auszulassen und diese stattdessen mit fester Nahrung zu ersetzen. Für Mütter, die schnell wieder arbeiten gehen, ist es nicht einfach, die tägliche Routine der Fütterungsumstellung einzuhalten. Das könnten Sie dann in der Nacht oder am frühen Morgen fortsetzen. Sobald Ihr Kind feste Nahrung zu sich nimmt und Sie nur noch zwei Mal täglich stillen, könnten Sie die Stillsitzungen komplett streichen. Oder Sie entscheiden sich dafür, dann mit dem Stillen aufzuhören, wenn Ihr Kind das Interesse am Stillen selbst verliert. Dies passiert für gewöhnlich im Alter zwischen zwei und vier Jahren.

Eine schrittweise Entwöhnung ist oft einfacher für das Kind als ein prompter Stopp. Auch für Sie als Mutter ist es besser, da die langsame Entwöhnung hilft, Stauungen und Mastitis zu verhindern.


Wie lange dauert die Entwöhnung normalerweise?

Das ist sehr individuell. Es kann zwischen zwei und sechs Monaten dauern, je nachdem, wie schnell sich Ihr Baby auf die Änderung der Nahrung einstellt.


Experten-Tipps zum Entwöhnungsprozess

  • Wenn Sie Ihr Baby im Alter von einem Jahr von der Muttermilch entwöhnen möchten, beginnen Sie am besten, einen kleinen Teil fester Nahrung direkt nach dem Stillen anzubieten. Sobald Ihr Kind die feste Nahrung gut annimmt, füttern Sie diese vor dem Stillen. Erhöhen Sie langsam die Menge der Nahrung und reduzieren Sie dafür die Dauer des Stillens.
  • Ein weiterer guter Ansatz ist, die Fütterungszeiten zu verschieben. Wenn Sie Ihr Kind jedes Mal vor dem Schlafen gehen gestillt haben, könnten Sie ihm stattdessen einen Becher mit Wasser oder Milch anbieten. Wenn dieser Übergang für Sie mit zu viel Stress verbunden ist, versuchen Sie, ob statt Ihnen vielleicht eine Zeitlang Ihr Partner das Kind schlafen legen kann.
  • Wenn Sie sich entscheiden, mit dem Stillen aufzuhören, bevor Ihr Kind ein Jahr alt ist, sollten Sie die Nahrung mit Milchpulver ersetzen. Die Nahrung zu mischen, bis Sie vollständig mit dem Stillen aufhören können, ist der beste Übergang für Sie und Ihr Kind.
  • Vielleicht müssen Sie aus medizinischen Gründen das Stillen aufgeben. Bitten Sie in diesem Fall um ärztlichen Rat zur richtigen Entwöhnung.
  • Stillen ist für Ihr Baby mehr als bloße Nahrung. Es bietet darüber hinaus ein Gefühl von Komfort und Geborgenheit, Sicherheit und Nähe. Führen Sie daher zusätzliche Spiel- und Kuschel-Einheiten ein, wenn Sie mit dem Stillen aufhören.
  • Wenn in Ihrem Familien-Leben gerade große Veränderungen stattfinden oder wenn Ihr Baby krank ist, ist das sicherlich nicht der richtige Moment zur Entwöhnung. Wählen Sie dafür nach Möglichkeit eine Zeit, in der sie sich nicht hetzen müssen und geduldig sein können.
  • Wenn Sie mit dem Stillen aufhören, verändert sich Ihr Hormon-Haushalt. Das kann Ihre Stimmung beeinflussen. Nehmen Sie sich in dieser Phase auch Zeit für sich selbst und versuchen Sie, sich zu entspannen. Die Entwöhnung bedeutet nur, Ihr Kind an feste Nahrung zu gewöhnen. Die Beziehung und Bindung, die Sie beide in der Still-Zeit aufgebaut haben, geht deshalb nicht verloren.